Frauenförderbericht

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,

nur wenig Aufmerksamkeit wurde dem Frauenförderbericht der Stadt Saarbrücken zu teil, der vor einiger Zeit den Stadtverordneten zur Kenntnis gegeben wurde. Das mag daran gelegen haben, dass das Ergebnis des Berichtszeitraumes der Jahre 2001 – 2003 niemanden sonderlich überrascht hat, spiegelt es doch ein weiteres Mal wider, was allgemeine Kenntnis ist: Frauen holen zwar insgesamt auf, doch bis in die Führungsetagen schaffen es nur die Allerwenigsten. Die Gründe hierfür sind bekannt. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist noch immer unzureichend gelöst. Akademikerinnen, die auf Karriere setzen, haben ihre Antwort darauf gefunden: Sie bleiben immer häufiger kinderlos. Damit lenkt der Frauenförderbericht der Stadt uns indirekt auf ein allgemeingesellschaftliches Problem. Will heißen: Viel zu lange schon sind die Schwierigkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren, ein belächeltes Frauenthema! Die Kommune, die erkennt, dass es hier auch um die eigene Zukunft geht, wird die Nase vorn haben. Bei schwindenden Einwohnerzahlen wird es immer wichtiger, dass junge Familien neben attraktiven Wohnmöglichkeiten auch ein gutes Betreuungsangebot für ihre Kinder finden. Das ist eine wichtige Bedingung, damit sich junge Familien und auch Unternehmen ansiedeln.
Was wir also brauchen, um dem Einwohnerschwund entgegen zu steuern, ist eine Familienoffensive. Die könnte so aussehen: In allen Bereichen der Verwaltung wird aktiv an Strategien zur Förderung von Kindern und Familien gearbeitet. Die bestehenden Leistungen werden auf ihre Familienfreundlichkeit überprüft und durch weitere Familien unterstützende Angebote ergänzt. Dazu werden Partner auch in der Wirtschaft gesucht. Eine Vernetzung der verschiedenen Angebote, mehr Transparenz, Beratung von Arbeitgebern über familienfreundliche Maßnahmen und insgesamt mehr Lobby - Arbeit für Familien sind dringend erforderlich.
Wenn auch vieles, vor allem bei der Betreuung der ganz Kleinen oder das Angebot von Ganztagsschulen zu verbessern wäre: Saarbrücken steht gar nicht so schlecht da, was Familienfreundlichkeit angeht. Auch hier gilt der Grundsatz: Tu Gutes und sprich darüber. So ist zum Beispiel viel zu wenig bekannt, dass Saarbrücker Unternehmen sich an Kindertageseinrichtungen der Stadt beteiligen können, d.h. sie können für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anrechte auf einen Kindergartenplatz erwerben. Arbeitgeber, die sich heute in familienorientierter Personalpolitik engagieren, werden morgen die Gewinner im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte sein. Die Zukunft verlangt nach gemeinsamen neuen Konzepten und deren Umsetzung.

Verantwortlich:

Karin Nehl

-Fraktionsvorsitzende-

FDP Saarbrücken
Stadtratsfraktion
Rathaus-Carré
Zi. 208
66104 Saarbrücken

Telefon: 0681 905-1745
Fax: 0681 905-1747

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