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Saarbrücken, den 04.05.2005. Es ist mehr als ärgerlich, dass bei der Entscheidung über den Termin für einen verkaufsoffenen Sonntag ausgerechnet Mütter und damit die Familien mit Kindern die Leidtragenden sind. "Lieber geht man vor den Gewerkschaften in die Knie, als Rücksicht auf die Mütter zu nehmen", so die Vorsitzende der Liberalen Frauen Saar, zugleich auch Vorsitzende der FDP Stadtratsfraktion, Karin Nehl, zu der Entscheidung, den verkaufsoffenen Sonntag nicht auf den 01. Mai, sondern auf den Muttertag zu legen. Jeder wisse, dass im Einzelhandel vorwiegend Frauen beschäftigt sind, die nun nicht zuhause bei ihren Familien sein können.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Genehmigung durch die Oberbürgermeisterin in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeibehörde.
Für die Liberalen Frauen wie für die FDP Stadtratsfraktion sei dies ein weiteres Indiz, dass die wortreichen Beiträge von Politik und den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, ein familienfreundlicheres Klima in Deutschland schaffen zu wollen, reine Fensterreden sind. Geht es zur Sache, werde über die Interessen von Frauen und Müttern einfach hinweg gegangen. "Mütter haben keine Lobby, das wird wieder einmal deutlich", so Karin Nehl. "Der Muttertag, mag er auch von manchen kritisiert werden, ist traditionell ein familiäres Ereignis. Nach einer neueren Umfrage finden 80% der Deutschen es richtig, Muttertag zu feiern. Vor allem junge Familien mit kleinen Kindern, aber auch die ältere Generation schätzten diesen Tag, an dem die Leistung der Mütter offiziell Anerkennung erfährt. Ausgerechnet nun diesen Tag zum Arbeitstag zu machen, zeuge von wenig Einfühlungsvermögen. "Natürlich brauchen wir auch den wirtschaftlichen Erfolg im Einzelhandel", so Karin Nehl. Dennoch sei nicht einzusehen, dass dies zu Lasten der Mütter gehe.
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