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Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,
in Saarbrücken wie in ganz Deutschland wächst der Bevölkerungsanteil älterer Menschen. Demographen, Wissenschaftler und Journalisten machen unaufhörlich auf die zu erwartenden Veränderungen aufmerksam. Dennoch sei die Gesellschaft auf das Problem ihrer Überalterung nicht vorbereitet, so die Meinung von Dr. Frank Schirrmacher, Autor des Bestsellers „Das Methusalem-Komplott“ und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In der Tat: die politisch Verantwortlichen versichern zwar immer wieder, dass sie sich dieser Herausforderung stellen wollen, aber getan wird bisher zu wenig. Auch in Saarbrücken. Dabei wird jene Stadt die Nase vorn haben, die sich frühzeitig auf die sich ändernden Bedürfnisse ihrer älteren Bürger einstellt. Es dürfte zum Beispiel gar nicht so schwer sein, ein attraktives Angebot für die sich wandelnden Wohnansprüche zu entwickeln. Einen neuen Anstoß könnte eine Umfrage des Emnid Instituts geben, wonach nur 13 Prozent aller Deutschen Alten- und Pflegeheime als spätere Wohnform akzeptieren. Jeder Dritte wünscht sich selbst bestimmt mit Freunden alt zu werden. Damit rücken Hausgemeinschaften, betreute Wohngruppen und Senioren-WGs in den Blickpunkt. Interessenten sind vor allem die wachsende Gruppe von Singles im Seniorenalter. In Großstädten wie Saarbrücken gibt es einen sehr hohen Anteil an Ein-Personen-Haushalten. Statistisch gesehen lebt jede fünfte Frau und jeder siebte Mann allein. In der Konsequenz heißt das: Beim Thema Wohnen müssen alle umdenken. Natürlich muss auch für junge Familien attraktiver Wohnraum angeboten werden, aber das Familien-Wohnmodell wird immer weniger nachgefragt. Darauf muss sich auch Saarbrücken bei ihrer Stadtplanung einstellen und Bebauungs- und Sanierungspläne für die Innenstadt zur Befriedigung dieses Wohnbedarfs erarbeiten. In vielen Stadt-Vierteln gibt es durchaus attraktive Altbauten, die den veränderten Wünschen entsprechend umgebaut werden könnten. Wichtig ist dabei noch ein weiterer Aspekt: Viele ältere Menschen im Umland zieht es zurück in die Stadt, denn hier sind die Wege kurz, es gibt mehr Einkaufsmöglichkeiten und ein vielseitiges kulturelles Angebot.
Das Interesse an neuen Wohn- und Lebenskonzepten wächst. Immer mehr Menschen, so die Erfahrung in anderen Großstädten, befassen sich intensiv mit ihren zukünftigen Wohnwünschen. So haben sich verschiedentlich schon Initiativen gegründet, mit dem Ziel neue Wohnformen zu entwickeln. In Frankfurt ist sogar ein Netzwerk entstanden, in dem man sich austauscht und informiert. Wäre das nicht auch für Saarbrücken eine nachahmenswerte Idee?
Ihre Karin Nehl
Verantwortlich:
Karin Nehl
-Fraktionsvorsitzende-
FDP Saarbrücken
Stadtratsfraktion
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Fax: 0681 905-1747
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