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Allgemein:
Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,
Wilhelm Busch hat’s gewusst: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Diese Erfahrung machen natürlich auch manche Mütter. Was hier augenzwinkernd den Alltag mit Kindern beschreibt, wird in manchen Familien zu bitterem Ernst. Nämlich dann, wenn Eltern mit ihrer Erziehungsaufgabe überfordert sind. Vernachlässigung und elterliche Gewalt können die Folgen sein. Einige Bundesländer, auch das Saarland, sehen in verpflichtenden ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen eine Möglichkeit, frühzeitig einzuschreiten. Doch damit kommt man in Konflikt mit dem Grundgesetz, greift ein solches Vorgehen doch zu stark in die Elternrechte ein. Bei allem Respekt vor Privatheit: Für die FDP gibt es auch eine öffentliche Verantwortung für Kinder und Jugendliche. Es muss also ausreichend pädagogische Angebote und soziale Dienste geben, um Eltern bei Bedarf zu unterstützen.
Ein wirksames Instrument sind Elternbriefe. Sie werden vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. in Berlin herausgegeben und vom Bundesfamilienministerium gefördert. Das Elternbrief-Programm besteht aus 48 Briefen, die Eltern bei der Erziehung ihres Kindes bis zum 8. Lebensjahr begleiten. In manchen Bundesländern, z.B. in Berlin, erhalten alle frischgebackenen Eltern die ersten vier Briefe kostenlos. Die Akzeptanz ist groß. 70% der Mütter und Väter entscheiden sich, sie auch weiterhin zu beziehen. Ist das Geld zu knapp, erfolgt der Versand weiterhin kostenlos durch das Jugendamt. Wäre nicht Ähnliches auch für das Saarland wünschenswert?
Wenn die Elternbriefe auch keineswegs ein zu Recht gefordertes soziales Frühwarnsystem zum Schutz vor elterlicher Gewalt überflüssig machen, so sind sie doch ein sinnvolles Instrument präventiver Beratung, ein Angebot, dass von Eltern ausdrücklich erwünscht ist. Elternbriefe geben Orientierungshilfen bei der Bewältigung von Erziehungsarbeit. Sie bauen Vertrauen auf zu unseren sozialen Diensten und nehmen die Scheu, sich bei Problemen rechtzeitig professioneller Hilfe zu bedienen.
Verantwortlich:
Karin Nehl
-Fraktionsvorsitzende-
FDP Saarbrücken
Stadtratsfraktion
Rathaus-Carré
Zi. 208
66104 Saarbrücken
Telefon: 0681 905-1745
Fax: 0681 905-1747
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